Wissenswertes
 
Lie|ge|stütz
(der, männlich, die Liegestütze)
  Sprache:
der Liegestütz (singular, Einzahl)
die Liegestütze (plural, Mehrzahl)

Scheint manchmal nicht ganz einfach zu sein, so hört und liest man nicht selten, dass jemand eine Liegestütze machen will oder mehrere Liege-
stützen
, was beides falsch ist.


Der Begriff:

Wenn man es ganz genau nimmt, dann ist die Bezeichnung »Liegestütz« nicht sehr treffend, weil dieser Name nur einen Teilaspekt der Übung erfasst - und nicht mal den entscheidenden Teil. Damit ist man fast schon mitten in der Übungsbeschreibung, die ein Stück weiter unten folgt

Der Begriff Liegestütz steht eher für eine statische Haltung, also man stützt sich im Liegen, anstatt für das, was es eigentlich ist: eine dynamische Bewegung. Insofern ist das englische »Push-up« (übersetzt: hochdrücken) für diese Übung sehr viel treffender. Hier wird gleich vermittelt, um was es geht, nämlich darum, sich hochzudrücken.

Klassifizierung:
Der Liegestütz gehört zu den so genannten Freiübungen, weil er ohne Zuhilfenahme von irgendwel-
chen Trainingsgeräten ausgeführt wird. Der Liegestütz wird auch als Eigengewichtsübung bezeichnet, weil sich der Trainingswiderstand aus dem Körpergewicht (genau gesagt etwa dreiviertel des Körper-
gewichtes) des Trainierenden ergibt.
Die Tatsache, dass das Eigengewicht einen großen Einfluss auf die erforderliche Arbeit hat, schränkt es etwas ein, die Liegestütze als absoluten Gradmesser für körperliche Kraft zu nehmen. Ein schwerer Mensch mag die gleiche Kraft wie ein leichterer haben, aufgrund seines höheren Körpergewichtes wird er aber weniger Liegestütze schaffen. Er muss einfach mehr Gewicht stemmen.
Sehr wohl lässt sich die Anzahl der Liegestütze, die ein Mensch schafft, aber als Gradmesser für die allgemeine körperliche Fitness und Leistungsfähigkeit heranziehen. Wenn jemand fit ist, werden nämlich sein Körpergewicht und die Kraft im Einklang zueinander stehen. So werden mitunter beim Militär spezielle Formen der Liegestütze als Bestandteil von Fitnesstests herangezogen.

Wer macht Liegestütze?
Wie oben erwähnt, sind Liegestütze nicht selten Bestandteil von Fitnesstests. Verbreitet in den Köpfen ist der Liegestütz - sicher auch durch zahlreiche Filme - als Strafübung, ob nun beim Militär oder in Erziehungs- und Jugendcamps. »Auf, runter, 20 Liegestütze.«
Liegestütze sieht man aber - meist einzeln ausgeführt - immer wieder als Bestandteil beim Bodenturnen oder auch - in vielerlei Variationen - im Breakdance.
Darüber hinaus wird sie natürlich direkt als Kraft- und Fitnessübung eingesetzt, egal ob als Haupt-
übung oder von Bodybuildern zur Aufwärmung für ein anschließendes Brusttraining mit schweren Gewichten.

Die Frage ist, wer hat noch nie Liegestütze gemacht? Sie dürfte schlichtweg die bekannteste Fitness-
übung sein, weil früher oder später wohl fast jeder mal versucht hat, Liegestütze zu machen. Sei es im Sportunterricht oder als Wettbewerb unter Freunden

Der Bewegungsablauf:
Beim klassischen Liegestütz werden die Hände auf Brusthöhe etwa schulterbreit auf den Boden gelegt, die Finger leicht spreizt nach vorne weg, die Daumen zur Mitte. Um die Handgelenke zu entlasten, sollten die Hände leicht nach innen gedreht werden.
Der Körper wird durchgestreckt und bildet eine Linie, die Füße berühren den Boden nur mit den Zehenspitzen. Die Fußbreite kann variieren. Oftmals werden sie schulterbreit angeordnet. Die Körperspannung erhöht sich aber (zwangsweise), wenn die Füße eng zusammengenommen werden.

In der Ausgangsposition sind die Arme durchgestreckt und der Körper oben. Nun werden die Arme gebeugt und der Oberkörper in einer kontrollierten, fließenden Bewegung abgesenkt, bis die Oberarme parallel zum Oberkörper sind. Oft kann man beobachten, dass dies nicht der Fall ist und Liegestütze mit eingeschränktem Bewegungsumfang ausgeführt werden. Das erhöht zwar die Anzahl, jedoch leidet die Trainingsqualität und somit die gewünschte Kräftigung der Muskeln darunter.

Tipp: Einen möglichst großen Bewegungsumfang erzielt man, indem man das Gesicht nicht direkt auf den Boden richtet, sondern den Kopf leicht anhebt, also nach vorne blickt. Wenn man nicht gerade extreme Nackenprobleme hat, wird diese Haltung oftmals als angenehmer empfunden.

Die Körperspannung muss während des gesamten Ablaufs aufrecht erhalten bleiben, so auch bei der folgenden Aufwärtsbewegung, die generell etwas schneller und kraftvoller erfolgt als die Abwärts-
bewegung. Sinnvoll ist es, die Arme nicht mehr voll durchzustrecken, sondern nur bis kurz davor, so dass die Last auf den Muskeln bleibt und nicht auf das Skelett übergeht.


Was bringen Liegestütze?/Welche Muskeln werden trainiert?
Sagen wir es so: Wenn Sie sich aus irgendeinem Grund nur eine Übung aussuchen dürften, um sich fit zu halten, sollten Sie sich für Liegestütze entscheiden. Die Ausnahme von dieser Regel wären Bodybuilder, die im Zweifelsfall eher zu schweren Kniebeugen greifen sollten, weil diese nach einschlä-
giger Literatur zum Besten Gesamtwachstum beitragen.
Für den klassischen Fitnesssportler ist die Liegestütze die erste und beste Wahl, weil hier mit einem überschaubar geringen Aufwand große Teile des Körpers trainiert werden können. Vorneweg sind dies:

- Brustmuskulatur (pectoralis major)
- Armmuskulatur, vorwiegend der hintere Anteil (triceps brachii)
- Schultermuskulatur, vorwiegend vordere Teil (deltoideus)

Auch wenn ein großer Teil der Arbeit von den oben genannten Muskeln gemacht wird, sind etliche andere am Liegestütz beteiligt, selbst ohne Rückenmuskulatur würde die Bewegung nicht funktionieren. Generell ist der gesamte Oberkörper gefordert. Wer schon mal extrem und vor allem korrekt Liege-
stütze trainiert hat, wird bestätigen können, dass er 12 bis 24 Stunden danach auch den Muskelkater in der Bauchmuskulatur gespürt hat, hervorgerufen durch die starke Körperspannung. Selbst wenn die Beine unter Spannung sind, muss man jedoch einräumen, dass der Trainingseffekt hier eher zu vernächlässigen ist. Allerdings: Es wurde schon in mehreren Studien nachgewiesen, dass Muskeltraining sich generell auch positiv auf nicht direkt beteiligte Muskeln auswirken kann. So kann der Muskelschwund eines in Gips gelegten Armes reduziert werden, wenn beispielsweise der andere, gesunde Arm trainiert wird, so merkwürdig sich das auch anhören mag.

Tipp: Wer mehr als nur Liegestütze machen möchte, was ja wünschenswert ist, kann schon mit drei Übungen eine sehr gutes Ganzkörpertraining machen: Liegestütze, Klimmzüge und Kniebeugen.

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